Man muss seine Zahlen kennen!

Viele aus der Opposition meinen ja, ich bin ein Klugscheisser. Die haben ja natürlich keine Ahnung. Oft sind es diese verdreckten Grünen oder die linken Sozialschmarotzer. Obwohl ich natürlich immer sehr gut informiert bin, meint übrigens fast jeder Parteikollege, den ich einmal gefragt habe. Mein neuestes Steckenpferd sind die Handyanbieter, genauer gesagt die Mobilfunkanbieter. Es gibt einfach nichts besseres, als in der Bundestagskantine den einen oder anderen Tip für das Privatleben der Kollegen in petto zu haben. Natürlich empfehle ich immer gute Maßschneider oder auch edle Restaurants. Das nötige Wissen habe ich mir angelesen, wie denn sonst. Die Anzüge kaufe ich bei H&M und edle Restaurants besuche ich eher selten. Für JU-ler geht das nicht. Geprotzt wird später, sage ich immer. Ich gehe dann doch lieber zum Griechen, einmal Kreta-Platte und so. Jetzt habe ich aber ein Feld entdeckt, auf dem ich so richtig mit meinem Wissen angeben kann und das jeden interessiert. Nahe am Wähler, sage ich immer. Netzanbieter gegenüberstellen ist mein neues Hobby. Da habe ich mich richtig eingelesen. So wie Schäuble immer sagt, man muss seine Zahlen kennen. Das ist ungefähr so wie Nummer 6 ohne Knoblauch, aber ein bisschen komplizierter ist das schon. Ich kenne mittlerweile die Daten- und Gesprächstarife der gängigsten Anbieter auswendig. Letztens habe ich dem Schäuble empfohlen, doch bitte zu E-Plus zu wechseln, wenn er den Griechen einmal zeigen will, wie sparen läuft. Aber er meinte, wegen dem Rollstuhl bräuchte er unbedingt D-Netz, sonst hätte er keinen Empfang. Armer Kerl! Aber ich darf da kein Mitleid haben, um in die erste Reihe der Partei vorzustoßen, müssen auch einmal ein paar Köpfe rollen. Ich habe es satt, immer in den kleinen Wahlkreisen Plakate zu kleben, während sich hier die Alteingesessenen die Ämter zuschieben. Mit dem Wulff war ich ja ziemlich dicke, aber da habe ich leider aufs falsche Pferd gesetzt….

Ouzo ist Schuld an Finanzkrise

Wenn es Scheisse läuft, gehe ich ja immer gerne griechisch essen. Das beruhigt irgendwie immer meine Nerven. Dieses Tsatsiki riecht zwar etwas streng, ein bisschen so wie die Grünen, aber es schmeckt mir einfach, obwohl ich natürlich die deutsche Küche eindeutig vorziehe. Mal sehen, wie lange es die Griechen überhaupt noch gibt. Ich warte schon lange darauf, das mein Wirt nach meiner Calamari-Bestellung fragt, ob ich ihm Geld für den Treibstoff für das Fischerboot seines Onkels leihen kann. Diese Griechen. Die sind ein bisschen wie Dreijährige. Können nicht mit Geld umgehen und nehmen alles ein wenig auf die leichte Schulter. Mein Wirt, Dimitri, der ist genauso. Ich erkläre ihm öfter, wie er alles besser machen kann, aber er weiß meine Business-Ratschläge natürlich nicht zu schätzen. Er bringt mir dann immer nur noch mehr Ouzo und sagt, ich solle trinken und nicht reden. Also diese Griechen, schon ein sehr lockeres Volk. In der Partei sage ich natürlich nur den wenigsten, das ich mit den Pleitegeiern sympathisiere. Das kommt bei uns nicht so gut an, derzeit. Und jetzt beleidigen die auch noch immer unsere Anführerin Angela… Ich habe Dimitri schon oft gesagt, die dreht denen noch den Geldhahn zu. Aber die lernen das natürlich nicht, diese Griechen. Soviel Ouzo, wie der Dimitri immer ausgibt, da wäre ich auch schon Pleite. Ich gebe ihm grundsätzlich auch kein Trinkgeld, sondern sage stattdessen immer süffisant, Trinkgeld kommt aus Brüssel. Man könne nicht nur von Spenden überleben. Ich glaube Dimitri mag das. Er murmelt dann immer etwas auf griechisch und lächelt mich an. Wundert mich sowieso, warum wir Deutschen jetzt beim Griechen nicht einfach immer Rabatt kriegen sollten. Es ist schließlich unser Geld, das ihren Saftladen am Laufen hält. Aber nicht mehr lange, bis dahin werde ich aber hoffentlich noch den einen oder anderen Ouzo abgreifen können!

I want JU!

Hi, hier euer Oli. Bald ist ja wieder Weihnachten, und als guter JU-ler verschicke ich natürlich jedes Jahr ein paar von meinen politischen Festtagskärtchen. Natürlich erst einmal an alle aus der Parteiführung oder dem engeren Kreis um Merkel, dann noch an die Stammwähler und die Unternehmer hier in der Gegend. Aus Spaß dann noch ein paar an Die Linke, als Adressat schreibe ich aber immer SED auf die Karten. Dieses Jahr hat dann noch der Guttenberg eine bekommen. Mit  dem bin ich ja sowieso ziemlich dicke. Egal, was die anderen aus der Partei sagen, der Typ ist der Hammer. Unser bestes politisches Talent seit langem, neben mir natürlich. Hammer Typ, und mit seiner Doktorarbeit sollten die nicht so kleinlich sein. Ich habe letztens übrigens ein geiles Video von einer Berliner Band gesehen. Dass scheinen Koalitionspartner zu sein. Die haben wirklich einen FDP-Rap rausgebracht. Cooler Song. Und mal so richtig für meine Zielgruppe. Jung, dynamisch, intelligent, kritisch und unsozialistisch. Ich denke, ich werde demnächst auch einmal rappen. Ich brauche noch irgendwas, was meinen Wahlkampf einzigartig macht. So ein Rap-Song könnte mir den Durchbruch bei der Basis einfacher machen. Letztes Jahr lief es nicht so gut auf dem Parteitag. Da hatte ich mir ein Gehirn vom Fleischer besorgt und in ein großes Goldfischglas mit Alkohol eingelegt. Ich wollte damit meine enge Verbindung zum Gehirn von Franz Josef Strauß symbolisieren. Der Ramsauer dachte, das wäre Bowle und hätte sich fast etwas eingegossen. Danach hat es dann auch noch der Philip Mißfelder umgestoßen und sein ganzer Anzug roch nach Schnaps. Er wurde ziemlich dumm angesehen von allen, die das nicht mitbekommen hatten. Er wurde dann richtig böse, sogar sehr ausfallend. Ich solle das Gehirn so schnell wie möglich verschwinden lassen, oder mein Listenplatz wäre demnächst dreistellig. Da ich es gerade in den zweistelligen Bereich geschafft habe, habe ich mich natürlich sehr beeilt und mich sofort entschuldigt. Trotzdem redet er bis heute nicht mehr mit mir…